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Prozess wegen Vergiftung mit Rattengift

14.11.2012
Rattengift lässt sich in vielen Haushalten als probates Mittel zur Schädlingsbekämpfung finden. Dass die tödliche Substanz aber nicht nur bei der Beseitigung der kleinen Nagetiere wirkt, zeigt sich gegenwärtig vor dem Landgericht in Regensburg. Angeklagt ist ein 52-jähriger Familienvater. Er steht im Verdacht, seiner Frau eine solche Rattengift Chemikalie verabreicht zu haben.

Rache als vermutetes Motiv

Die genauen Umstände der Tat sind indes noch nicht geklärt. Laut der Anklageschrift könnte der Mann jedoch seine 53-jährige Gattin für den Verlust des gemeinsamen Sohnes verantwortlich gemacht haben. Dieser war im Alter von lediglich 20 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Offenbar hatte der Angeklagte dessen Tod nicht verarbeitet und den Grund für die Erkrankung in seiner Frau gesehen. Als Tatmotiv wird daher der Wunsch vermutet, sich an der Mutter des Sohnes zu rächen. Daneben spielt der erneute Kinderwunsch des Vaters eine Rolle: Er soll seine Zukunft bereits mit einer anderen Auserwählten geplant haben.

Ungeklärte Fragen erschweren den Prozess

Doch so eindeutig die Indizien auf den ersten Blick erscheinen mögen und dabei sowohl von den Gutachtern als auch den Zeugen bestätigt werden, so kompliziert gestaltet sich der Nachweis der konkreten Tat. So kann nicht einmal ausgeschlossen werden, dass die Frau sich selbst das Gift verabreicht hatte. Denn sie lehnte bei Eintreten innerer Blutungen und Lähmungserscheinungen eine Einweisung in das Krankenhaus ab. Erst auf Drängen ihres Gatten wurde der Notarzt gerufen. Das wiederum könnte dafür sprechen, dass ihr der Mann die tödliche Substanz tatsächlich nicht gezielt einflößte. Derlei offene Fragen wird das Landgericht Regensburg an den weiteren Verhandlungstagen zu klären haben.